Der Boho Stil

Was steckt hinter dem Mode-Begriff „Boho-Chic“?

Wir klären, was der Begriff Boho bedeutet und was wirklich dahinter steckt.

Lachende, junge Frau im Boho-Stil
Schlapphut, lange, wallende Kleider im Ethno-Stil und viel Schmuck – der Boho-Stil ist der Liebllingslook vieler junger Frauen und ist mittlerweile jeden Sommer angesagt
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Woher kommt der Begriff „Boho“?

Boho bezeichnet einen Modestil, der auf diversen Einflüssen vor allem der Hippies und der Bohème basiert und auf einem Höhepunkt Ende 2005 mit der Schauspielerin Sienna Miller und dem Model Kate Moss in England (als bobo chic) sowie mit der Schauspielerin und Geschäftsfrau Mary-Kate Olsen in den USA assoziiert war. Er war seit den frühen 1990er Jahren zu sehen und tauchte, obwohl zeitweise abflauend, wiederholt in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Viele Elemente des Boho-Chic waren in den späten 1960er Jahren populär, einige datieren viel weiter zurück und werden beispielsweise mit den Präraffaeliten des mittleren und späten 19. Jahrhunderts assoziiert.

Die Ikonen des Boho-Styles

Diese Haltung demonstrierten auch die Vorreiterinnen des Boho-Stils, wie die Picasso-Muse Dora Maar (1907-1997), die den Maler mit ihrer geheimnisvollen Schönheit und Theatralik begeisterte – die sie mit langen, persischen Gewändern und Federn inszenierte.

In den 60er- und 70er-Jahren flammte der Modetrend erneut auf. Model Veruschka von Lehndorff und Rolling-Stones-Groupie Anita Pallenberg mischten ihre hippiesken Outfits mit einem guten Schuss Dekadenz. Designer-Klamotten von Chanel wurden mit Modeschmuck und dramatischem Make-up kombiniert.

Marianne Faithfull, Anita Pallenberg

London It-Girls Marianne Faithfull (l.) und Anita Pallenberg (hier im Jahr 1967) prägten den Boho-Chic in den 60er-Jahren
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Veruschka Gräfin von Lehndorff

Veruschka Gräfin von Lehndorff, Topmodel und It-Girl der 60er-Jahre, wusste genau, wie der lässige Boho-Look funktioniert. Bei einem Fotoshoot 1969 posiert sie hier mit Hut und lässiger Felljacke. 
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Yves Saint Laurents Muse Loulou de la Falaise bastelte sich zu dieser Zeit aus der Tischdekoration des Abends gerne mal ein Armband und einen Turban. Das gefiel dem Modeschöpfer, prompt machte er sie zur Schmuck- und Hut-Designerin für das Couture-Haus. Ihre nonchalante Art, sich zu kleiden, war so gar nicht „Paris“, sondern ein Mix aus der französischen Metropole, New York und Marrakesch – und ist bis heute ein Vorbild für Individualistinnen.

Yves Saint Laurent und Loulou de la Falais

In der Mitte steht Designer Yves Saint Laurent, rechts an seiner Seite seine Muse Loulou – natürlich im lässigen Großstadt-Look mit Kopftuch
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In den 00er-Jahren feierten die Engländerinnen Kate Moss und Sienna Miller ein Revival der Gipsy-Röcke, Schlapphüte, langen Ketten und Westen.

Sienna Miller

Sie verkörperte wie keine andere den Boho-Look der 00er-Jahre: Sienna Miller mit Schiffermütze, Hippie-Felljacke, Ethno-Gürtel und Mini-Faltenrock, hier im Jahr 2004

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Der Boho-Look heute

Statt mit Cowboystiefeln und Türkis-Schmuck werden heute Folklore-Bluse zu schlichten Marlenehosen kombiniert. Oder Fransenröcke mit eleganten Blazern. Der Trend ist großstädtischer geworden, lässt aber dennoch viel Spielraum für individuelles Styling.

Janina Uhse

Ex-GZSZ-Star Janina Uhse trägt die gemäßigtere Form des Boho-Chics: Eine Bluse im Folklore-Stil zur roten Marlenehose
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